Was ist EMDR?
In meiner psychotherapeutischen Praxis in Berlin Prenzlauer Berg biete ich EMDR-Therapie für Erwachsene an.
EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing (auf Deutsch etwa: Desensibilisierung und Neuverabreitung durch Augenbewegungen). Es ist eine psychotherapeutische Methode, die vor allem zur Behandlung von belastenden Erinnerungen und Traumata eingesetzt wird.Wie funktioniert EMDR?
Die Grundidee ist, dass belastende Erlebnisse manchmal nicht richtig im Gehirn verarbeitet werden (Halligan et. al, 2003). Sie „stecken fest“ und können später starke Gefühle, Stress oder sogar Symptome wie bei einer Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD/PTSS) auslösen. Wenn ein Trauma stattfindet, scheint das Nervensystem die Erinnerung an diese Situation mit allen Bildern, Gedanken und Gefühlen „einzufrieren“. Die Augenbewegungen, die wir im EMDR anwenden, scheinen die Blockade im Nervensystem aufzuheben und zu ermögliche, die Erlebnisse zu verarbeiten. Dies geschieht evtl. auch im REM- oder Traumschlaf – die Augenbewegungen helfen, nicht bewusstes Material zu verarbeiten. Dabei ist wichtig, sich klar zu sein, dass es dein eigenes Gehirn ist, das die Heilung herbeiführt und du darüber Kontrolle hast. (Quelle: Manual EMDR Fortbildung Teil 1) Bei EMDR passiert Folgendes:- Du erinnerst dich unter Anleitung an eine belastende Situation.
- Gleichzeitig folgst du mit den Augen bestimmten Bewegungen (z. B. den Fingern des Therapeuten) oder bekommst andere rhythmische Reize (Klopfen).
- Diese bilaterale Stimulation (abwechselnd rechts/links) hilft dem Gehirn, die Erinnerung neu zu verarbeiten.
Wofür wird EMDR eingesetzt?
EMDR wird häufig genutzt bei:- Traumata (z. B. Unfälle, Gewalt)
- Angststörungen
- Depressionen
- belastenden Erinnerungen aus der Kindheit
- Ängsten vor zukünftigen Ereignissen
Was bringt das?
Viele Menschen berichten, dass:- die Erinnerung weniger belastend wird
- Gefühle wie Angst oder Schuld nachlassen
- sie das Erlebte besser einordnen können
Was bringt das nicht?
Dass das belastende Ereignis vergessen wird und du keine unangenehmen Erinnerungen mehr daran hast. Wir erleben viele belastende Dinge in unserem Leben. Manche hören aber nicht auf, belastend zu sein, andere schon, obwohl es u. U. wirklich schlimme Erfahrungen waren. Wir vergessen sie nicht, aber können trotzdem damit weiterleben, weil wir es verarbeiten konnten. So ist die Behandlung zu verstehen: Wir ermöglichen die Verarbeitung und dass wir gut damit weiterleben zu können.Ist EMDR wissenschaftlich gut belegt?
Kurz: Ja—besonders bei Trauma.EMDR gehört zu den etablierten Behandlungsverfahren für Posttraumatische Belastungsstörung und wird von Organisationen wie der World Health Organization und vielen nationalen Leitlinien empfohlen. Die beste Evidenz gibt es für:
- PTBS nach einzelnen traumatischen Ereignissen
- Unfall-, Gewalt- oder Kriegserlebnisse
Welche Erfahrungen macht man dabei?
Erfahrungen sind individuell. Häufig beschrieben sind:- vorübergehend intensivere Gefühle während der Sitzung
- plötzlich auftauchende Erinnerungen oder Zusammenhänge
- danach Erleichterung, Müdigkeit oder emotionale Nachwirkung